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33C – Individuelle Fahrradtaschen handwerklich gefertigt in Zwickau

Seit März 2020 bietet Robert Kahnt in Zwickau unter dem Label 33C individuell auf das eigene Fahrrad „eingepasste“ Taschen, aber auch Rucksäcke an. Es gibt viel zu tun: angefangen bei der reinen Produktfertigung und Verwirklichung neuer Projekte bis hin zu den organisatorischen Feinheiten, um das Geschäft zum Laufen zu bringen. Trotzdem hat er sich die Zeit genommen, um mit uns über seinen Weg in die Selbstständigkeit zu sprechen.

SAXEED: Robert, unter dem Label 33C fertigst Du Fahrradtaschen. Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Robert: Als gelernter Autosattler fertigte ich regelmäßig Verdecke für Cabrios. Bei der Verarbeitung fiel dann Verschnitt an, der ungenutzt herumlag. Ich fand, dass dieses hochwertige Material noch besser genutzt werden kann und wollte daraus etwas Neues machen. Und so fertigte ich mir im Frühjahr 2017 eine Fahrradtasche.

SAXEED: Deine Fahrradtasche ist also das, was heutzutage unter dem Schlagwort #upcycling durchgeht. Sehr schön. Was war bzw. ist das Besondere an der Tasche für Dich?

Robert: Die Tasche ist einfach optimal für mich als Rad-Enthusiast. Erstens ist sie aufgrund des Ausgangsmaterials und der handwerklichen Verarbeitung robust, haltbar und schützt mein Hab & Gut vor jedem Wetter. Zweitens habe ich während der Fahrt einen ergonomischen Zugriff auf meine Sachen und muss nicht erst anhalten, wie das bei der Nutzung eines Rucksacks der Fall wäre. Und zu guter Letzt ist die Tasche perfekt auf mein Fahrrad zugeschnitten.

SAXEED: Man könnte also sagen, Du machst einfach Radtaschen, aber das, so gut es geht. By the way: Schlicht und zeitlos sehen sie ja auch noch aus. Die erste Tasche war also für Dich. Wie kamst Du von hier zum eigenen Business?

Robert: Es dauerte nicht lange, bis mich Freunde und Rad-Kollegen auf die Tasche ansprachen und den Wunsch nach einer eigenen, individuellen Rahmentasche äußerten. So habe ich in den letzten zwei, drei Jahren etwa ein Dutzend Taschen gefertigt und Radfahrer glücklich gemacht.

Dazu kam, dass ich in Zwickau Textil- und Ledertechnik studiert und während dieser Zeit als studentische Hilfskraft bei SAXEED gearbeitet habe. Entsprechend war ich auf diversen Gründungsveranstaltungen und von der Idee angetan, etwas Eigenes zu machen. Darüber hinaus hatte ich beruflich selbstständige Freunde, die von der Qualität der Taschen überzeugt waren und mich bei jeder Gelegenheit motivierten bzw. nervten (Robert lacht). Und wenn die Taschen nach drei Jahre noch immer draußen rumfahren, scheinen sie ja etwas zu taugen.

Also habe ich 2019 den Entschluss gefasst, meine Taschen neben dem Studium unter dem Label 33C zu vermarkten. Ich mietete zunächst eine Werkstatt an, schützte meine Marke, meldete ein Gewerbe an, entwickelte eine Website und so weiter.

Bei vielen dieser Schritte stand mir zum Glück das SAXEED-Netzwerk mit Rat und Tat zur Seite. Danke dafür!

SAXEED: Schön, dass wir Dir dabei ein Stück weit helfen konnten. Was hat es denn mit dem Namen auf sich?

Robert: 33C ist eine gebräuchliche Bezeichnung, um die Reifenbreite bei Fahrrädern anzugeben und für mich die Verbindung zum Radsport. Die 33 mm für die eigentliche Breite und das „C“ für die Dimension der Laufräder. Meine erste eigene Tasche hatte die entsprechende Breite und war für mein 28“ Rennrad vorgesehen.

SAXEED: Wo kann der qualitätsbewusste Rad-Enthusiast eine individuelle Rahmentasche ordern? Beziehungsweise wo kann man 33C folgen?

Robert: 33C ist erreichbar unter www.facebook.de/33cBert und unter www.33-C.com. Das Sortiment beinhaltet mittlerweile auch handgefertigte Rucksäcke.

SAXEED: Uns als Gründernetzwerk der Westsächsischen Hochschule Zwickau interessiert natürlich noch, was Deine Wünsche und Ideen für eine lebhafte Gründerszene in Zwickau sind? Gibt es etwas, was Du Dir in Deiner Anfangszeit gewünscht hättest?

Ich denke, der Eigenantrieb ist das Wichtigste. Durchziehen kann man das nur, wenn der innere Entschluss dazu da ist. Mir hat das Angebot der Hochschule natürlich gezeigt, dass es auch hier in der Region junge Gründerinnen und Gründer gibt, die sich verwirklichen, was natürlich wahnsinnig gut für die eigene Motivation ist. Die Gründerszene lebt von der Vernetzung untereinander. Eine intakte Plattform zu schaffen, um sich untereinander kennen zu lernen, sehe ich als wichtiges Element.

SAXEED: Danke Robert für das Interview. Wir wünschen Dir alles Gute und stets gute Fahrt!

 

Das Interview führte Pierre Tunger.

Im Bild: Robert mit seinem Crossrad auf dem vereisten Schwanenteich. (c) Christopher Taudt