SAXEED Blog

air-Q – Smarte Luft für Zuhause

216.000 – so viele Atemzüge machen wir jeden Tag. Doch was gelangt damit in unseren Körper? Eine Frage, die im letzten Jahr fast schon existentiell wurde. Das Team von air-Q arbeitet daran, dass jeder darauf eine informierte Antwort haben kann. Mit ihrem Luftanalysator air-Q haben sie eine Art intelligentes Labor für Zuhause geschaffen, mit dem unsichtbare Schadstoffe in der Luft aufgedeckt werden können. Die Daten sind leicht verständlich in der App abzulesen. So kann man beispielsweise bequem vom Sofa aus die Luftfeuchtigkeit überprüfen und so Schimmelbildung vorbeugen.

Das Gründernetzwerk SAXEED begleitete das Team bereits bei der ersten Ausgründung 2015 aus der TU Chemnitz – damals noch mit dem Thema Hochtemperaturmessung. Dazu fehlte jedoch die erhoffte Resonanz der Kunden.  Daraus haben die Gründer Daniel Lehmann, Mario Körösi und Alexander Stinka gelernt und arbeiten nun eng entlang der Nachfrage. „Wir ändern auch mal schnell das komplette Produkt, wenn wir der Meinung sind, dass die Einzelanfrage stellvertretend für eine größere Gruppe von potenziellen Kunden steht.“

Auch wenn die Pandemie das Team vor allem liefertechnisch eiskalt erwischte, ergaben sich durch die Aktualität des Themas auch Chancen. In Klassenräumen kann der air-Q beispielsweise feststellen, wann wieder gelüftet werden muss. Laut Mario Körösi bleibt das Gerät dabei jedoch unter seinen Möglichkeiten: „Wir können unter anderem durch intensive Datenauswertung gut erkennen, ob ein Brand entstehen kann, bevor er wirklich entsteht, da Kabelbränden z. B. ein Anschmoren der Kabel über einige Minuten bis Tage voraus geht.“

Das Potenzial der Daten scheint noch lange nicht voll ausgeschöpft zu sein, vor allem da die Auswertung von einer KI übernommen wird. Das eröffnet nicht nur neue Produktlinien, sondern ganze Geschäftsmodelle. So wäre ein Abo-Modell denkbar, bei dem die Hardware einmalig angeschafft wird und um bestimmte Auswertungen flexibel ergänzt werden könnte –ohne die Kosten stark zu erhöhen.

Dass der air-Q nicht nur ein Produkt für Spezialisten bleibt, gelingt den Chemnitzer Unternehmern vor allem durch die Produktumgebung: Eine App mit der jederzeit alle gemessenen Werte einsehbar sind und eine Smart-Home-Integration ermöglicht es auch Laien, informierte Entscheidungen zu ihrer Luftqualität treffen zu können. Auf ihrem Blog testen sie außerdem bekannte Luftreiniger mit Hilfe des air-Q auf ihre Eignung.

Aktuell arbeitet das Team zudem an einem air-Q zur Detektion des Edelgases Radon, welches die zweihäufigste Ursache für Lungenkrebs ist (nur Rauchen kommt noch davor). Ein aufgrund von Kundenanfragen dauerhaftes Thema ist außerdem die stetige Verbesserung der Smart Home-Funktionen.

Realisiert werden sollen die weiteren Entwicklungen mithilfe einer weiteren Finanzierungsrunde. Ein neuer Investor, der sich neben der Wasserfiltertechnik ebenfalls mit dem Thema Luftqualität beschäftigt, konnte kürzlich gewonnen werden. Gemeinsam sollen Vernetzung, Smart Home und der Auslandsvertrieb für den air-Q geprüft und weiter ausgebaut werden. Weiterhin mit an Bord ist der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen als Investor der ersten Stunde, welcher mit seinem Netzwerk und Erfahrung unterstützt.

Quick-Fire-Runde aus dem Start-Up Alltag:  

Was war ein entscheidender Meilenstein auf eurem Weg?

An der Crowdfunding-Kampagne hing rückblickend mehr, als wir damals dachten. Viele unserer Unterstützer / Investoren schauen da heute noch drauf und finden die Geschichte cool. Außerdem die Auslieferung der ersten Geräte im vergangenen Jahr. Dieser Kraftakt hat uns viel abverlangt und wurde von unseren Investoren genau beobachtet.

Welche Umwege habt ihr gemacht?

Wir haben viele Anfragen von Großunternehmen erhalten. Das hat uns geschmeichelt und wir haben dann viel investiert, in den meisten Fällen ist dann nichts daraus geworden.  Es passte oft eigentlich gar nicht zu unserer Strategie und wir haben dabei auch zu viel über unsere Ideen und die Technologie verraten. Wir haben natürlich weiterhin großes Interesse an Kooperationen, aber ich glaube wir können es heute besser einschätzen.

Welche Tools nutzt ihr in eurem Start-Up-Alltag?

Slack, Trello, Mailchimp, Dropbox und Google Docs. Wir überlegen gerade auf Microsoft Teams umzusteigen – mal sehen.

Welche Skills können gut eingekauft werden?

Wenn man einen Luftsensor anbietet, ist es nicht nötig Webseiten inhouse zu bauen. Auch wenn wir es können, geben wir das nach außen weiter.

Wo seid ihr zu finden?

https://www.air-q.com/

https://startup-mitteldeutschland.de/investments-airq-und-pamyra/

https://www.tgfs.de/files/tgfs/downloads/Pressemitteilung%20Finanzierungsrunde%20Robert%20Thomas%20-%20Ralf%20Unthan%20fin.pdf