SAXEED Blog

Einfach mal machen! – Gründerspirit an der Hochschule Mittweida

Erster Gründerstammtisch 2020 – auch ein Anlass zum Zurückblicken. Das heißt vor allem zu staunen, stolz zu sein und sich zu freuen: Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich eine anfängliche Idee mit viel Engagement zum Gründernetzwerk entwickelt hat – SAXEED.

„Es ist einfach toll, dass wir so viele engagierte Gründer und Gründungsinteressierte hier in Mittweida haben!“, schwärmt Prof. Dr. Ulla Meister und eröffnet damit als Leiterin des Gründernetzwerks SAXEED den 13. Gründerstammtisch im Studio B der Hochschule Mittweida. Das Team von SAXEED an der Hochschule Mittweida engagiert sich in diesem Jahr besonders, um mehr Raum für eine Gründungskultur zu schaffen und um weiterhin für unternehmerisches Denken zu begeistern. Mit dem neuen EXIST-Förderprogramm, welches das Gründernetzwerk ab dem Sommersemester erhält, wird die Gründungsförderung in Mittweida auf die nächste Stufe gehoben. SAXEED erhält damit neue Möglichkeiten, die Selbstständigkeit als Berufsoption aktiv zu unterstützen und ideenreiche Menschen regional zu vernetzen.

Der Gründerstammtisch fiel in diesem Jahr anders aus als gewöhnlich. Und das hatte seine Gründe, denn die Teilnehmer haben zahlenmäßig so extrem zugelegt, dass nicht alle in einer Gaststätte untergebracht werden konnten. Ein voller Saal lauschte also aufmerksam den geplanten Programmpunkten. Trotz des Ortswechsels sollte die entspannte Atmosphäre nicht verloren gehen. Es gab ein buntes Buffet mit Snacks und Getränken, während interessiert den Vorträgen gefolgt und Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Von Achterbahnfahrten und BWLer-Partys

Der erste Vortrag von PharmAI Mitgründer Dr. Joachim Haupt stellte klar, dass ein Unternehmen zu gründen kein Kinderspiel ist, sondern oft vielmehr einer Achterbahnfahrt gleicht: „Man muss Entscheidungen treffen, von denen man immer gehofft hat, dass man sie nie treffen muss.“ Klare und harte Worte eines Gründers, denen Nico Müller, der CEO und Gründer von Digiforce ebenfalls zustimmen konnte. Aber was das Wichtigste ist: Es sind Worte von erfolgreichen Gründern. Nico Müller agiert mit seinem Unternehmen global im Bereich IT-Sicherheit und digitale Forensik. Dr. Joachim Haupt ist Mitgründer von PharmAI, einem jungen Start-up aus Sachsen, welches gerade durch künstliche Intelligenz, Deep Learning und 3D-Analyse von Protein-Ligand-Interaktionen die traditionelle Medikamentenforschung umgestaltet.

Dr. Haupt hat einen weiteren Tipp für zukünftige Gründer parat: „Geht auf BWLer-Partys! Das Wichtigste ist ein guter BWLer im Team.“ Wenn es um Finanzierungsquellen geht, lobt er besonders das Förderprogramm EXIST Gründerstipendium als „ein cooles Format, was guten Ideen gute Chancen gibt“. Nico Müller dagegen weiß, „eine gute innovative Idee ist das, was man benötigt. Um den Rest kann man sich dann kümmern“. Sein eigenes Unternehmen habe Müller vor allem deswegen gegründet, weil „selbst machen“ einfach viel besser zu ihm passe.

Auszeichnungen beim Crowdfunding Wettbewerb

An kreativen Innovationen fehlt es an der Hochschule Mittweida definitiv nicht, wie die Preisverleihung für die besten Crowdfunding-Ideen zeigte. Auch der Gründungsbetreuer Tomás Cabrera war begeistert: „Man muss nur Raum schaffen und ein bisschen betreuen – die Ideen bei den Studierenden sind da“.

Mit Platz drei wurde das Projekt „Os mundus“ von Leon Baruth, Christoph Bloß, Nico Seidel und Frank Peters geehrt. Dabei griffen die Teammitglieder das Thema Mundhygiene auf. Ihre Idee ist eine enzymhaltige Paste, welche nach einer gewissen Einwirkzeit abgelöste Verschmutzungen von den Zähnen entfernt. Strahlend weiße Zähne wären so nicht mehr nur die Aufgabe von Zahnärzten.

Die Auszeichnung für den zweiten Platz bekam das Projekt „OilWreck Bio“ von Lars Hempel, Philipp Vierig, Philipp Schilbach und Tuan Steven Werner. Der Name des Projektes lies schon die Verbindung zum angegangenen Problem erahnen: Für in Gewässer gelangte Öllagen bestehe bereits die Möglichkeit, das Öl über Bakterien wieder zu entfernen. Doch was passiert bei Ölverschmutzungen im privaten Bereich oder auf der Straße? Das Team stellte eine Crowdfunding-Kampagne vor, bei der sie eine Substanz mit ölabbauenden Bakterien entwickeln möchten, welche für den privaten Gebrauch einsetzbar sind und sich zum Beispiel im Erste-Hilfe-Set im Auto überall hin mitnehmen lassen.

Sieger wurde die Kampagne „Beewarm“ von Lisa Prudnikow, Felix Erichson und Nils Schön. Die drei Studierenden wollen dem Bienensterben den Kampf ansagen und gewannen damit die meisten Likes und Aufrufe für ihre Kampagnen-Idee im Internet. Im Vordergrund stand die Problemlösung eines Milbenbefalls, der für Bienen tödlich sein kann. Die Gefahr von Milben könnte durch ein beheizbares Element an den Bienenstöcken eingedämmt werden. Eine Temperatur von ca. 40 °C würde den Bienen nichts ausmachen, die Milden jedoch abtöten. Ein weiterer Vorteil wäre, dass die Bienen im Winter nicht frieren müssten. Der Bienenstock soll durch das beheizbare Element gleichzeitig auch digital überwacht werden können.

 

 

Highlight des Abends: das autonome Modellauto

Zum Abschluss des Abends „rollte“ ein echtes Highlight auf den Plan: Das „BurittoCar“, wie es liebevoll für seine Bockigkeit und zu Ehren des Betreuers Cabrera getauft wurde. Das „BurritoCar“ wurde von Ole Peters, Lucas Naumann, Zihao Zhao und Robin Silligmann, Masterstudenten des Studiengangs Lasertechnik, gebaut. Bei dem Projekt handelt es sich um ein autonomes Modellauto, welches Bilder einer Kamera verarbeitet und daraus Steuerbefehle generiert, um das Fahrzeug in der Spur zu halten. Alle Beteiligten des Projekts schauten zu Recht mit Stolz auf das wie von Geisterhand gelenkte Auto.