SAXEED Blog

Erst studieren und forschen, dann gründen!

Was macht man an einem schwülen Sommertag Ende Juni in Mittweida? Eine Möglichkeit war es, am 27. Juni zum Gründerstammtisch ins Schwanenschlösschen zu kommen. Bei einem kühlen Getränk gab es hier die Möglichkeit, sich über das Thema Selbstständigkeit auszutauschen. Dem Aufruf von Frau Prof. Ulla Meister und Dirk Liebers folgten erneut über 20 Interessierte. Besonders freuten sich die Veranstalter über die Teilnahme von Thomas Kimme, dem Mitgründer des Mittweidaer Unternehmens LASERVORM. Der Kontakt kam durch die Vertreter der Wirtschaftsförderung Mittelsachsen, Hartmut Schneider und Jens Spreer, zustande. Rektor Prof. Dr. Ludwig Hilmer und Prof. Dr. Volker Tolkmitt schlossen sich dem Stammtisch spontan an. „Die spannenden Ideen haben mich sehr gefesselt“, reflektierte Prof. Hilmer im Anschluss.

„Gründen: die Freiheit, es sich selbst zu beweisen“
Das Rahmenprogramm des Abends, welcher diesmal unter dem Motto „Erst studieren und forschen, dann gründen!“ stattfand, war diesmal genau so vielfältig, wie die Motivation der Teilnehmer, dem traditionellen Event beizuwohnen. Neben digitalen Gründungsideen waren die Bereiche Laser, Fördertechnik, Energie sowie Audio- und Medientechnik vertreten. Herr Kimme begann den Abend mit einem spannenden Vortrag über seine Gründungserfahrungen. Nach über 20 Jahren unternehmerischer Tätigkeit ist seine Überzeugung: „Gründen heißt Freiheit!“ Nachdem er einige Jahre an der Hochschule Mittweida geforscht hatte, war es dieser freiheitliche Gedanke und der Glaube an die eigenen Fähigkeiten, welche ihn Mitte der neunziger Jahre dazu bewegten, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Es sich selbst zu beweisen war dabei mit die größte Motivation. „Eine gewisse Naivität war gut“, aber das Gründen bringt auch „Verantwortung an vielen Fronten“ mit sich, beschrieb Thomas Kimme weiter. Dennoch bereue er nichts und würde den Schritt auch heute nochmal gehen, weil er sich nicht mehr vorstellen könne, kein Unternehmer zu sein.

Politik fördert forschungsbezogene Ausgründungen

Während des Vortrags von SAXEED-Mitarbeiter Dirk Liebers, welcher über Fördermöglichkeiten referierte, stellte man gemeinsam fest, dass Herr Kimme damals eine ganz ähnliche Förderung in Anspruch nahm, wie es auch heute noch möglich ist und forschungsbezogene Projekte gute Chancen auf Förderung haben. Dabei kann die Hilfe des Gründernetzwerks SAXEED in Anspruch genommen werden. Um die aktuelle Relevanz darzustellen, sprachen zwei Gründerteams über ihre geförderten Projekte. Sowohl die Cinector GmbH als auch das Projekt TROWIS werden derzeit über das Programm EXIST-Forschungstransfer gefördert. Thomas Schmieder stellte mithilfe der hier entwickelten und bereits erhältlichen Software sein Start-up vor. Die Zwischenschritte der verschiedenen Förderphasen und der Anschlussfinanzierung beschrieb Herr Schmieder mit einem gewissen Augenzwinkern und Stolz als „Höllenqualen“, aber auch er würde den Schritt jederzeit wieder gehen. Das zweite Best-Practice-Beispiel, welches erst im März startete, ist TROWIS. Die drei Projektmitarbeiter und angehenden Gründer boten spannende Einblicke in den Bereich der Faserverbundstoffe. Das Team kündigte an, ab 2018 Hightech-Hochleistungsseile verkaufen zu wollen.

Fotos: SAXEED