SAXEED Blog

EXIST-Forschungstransfer zur Indium-Gewinnung gestartet

Das neue Start-up-Projekt „Ressourcentechnologie & Metallveredelung Freiberg“ (RMF) der TU Bergakademie Freiberg hat ein Verfahren für die Gewinnung des Metalls Indium aus Reststoffen und Rückständen der Verhüttung entwickelt. Das innovative Verfahren schließt die Lücke im Rohstoffkreislauf und sichert die langfristige Versorgung der Industrie mit Indium.

Indium ist ein strategisches Metall für Hochleistungstechnologien, für das in den nächsten Jahren ein steigender Bedarf prognostiziert wird. Im Freiberger Biohydrometallurgischen Zentrum für strategische Elemente (BHMZ) konnte der Grundstein für die Technologieentwicklung gelegt werden. Am Institut für Technische Chemie wurde anschließend erfolgreich das RMF-Verfahren zur Gewinnung von Indium weiterentwickelt und das Anwendungsgebiet erweitert. Mit Unterstützung des Gründernetzwerks SAXEED an der TU Bergakademie Freiberg wurde der Grundstein zur Verwertung der Technologie im Rahmen einer Ausgründung gelegt.

Das neue Verfahren konnte mit Unterstützung der Dr. Erich-Krüger-Stiftung erfolgreich im Labormaßstab erprobt werden. Der Vorteil liegt in der Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten, darunter weltweit anfallende Reststoffe aus der Verhüttung, sowie indiumhaltige Produktionsrückstände. Die Technologie wird durch zwei bereits erteilte Patente und zwei weitere Patentanmeldungen geschützt. Bis März 2020 wird das Team eine Demonstrationsanlage in Betrieb nehmen, welche bis zu einem Kilogramm Indium pro Tag aus unterschiedlichen Stoffströmen produzieren kann. Diese Anlage wird auf dem Universitätsgelände errichtet. Zur Realisierung des RMF-Projektes erhielt das Gründerteam eine Gesamtförderung von 1,3 Millionen Euro über den EXIST-Forschungstransfer (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) und über die Dr.-Erich-Krüger-Stiftung. Darüber hinaus sollen im Projektzeitraum künftige Kunden und potenzielle Investoren gewonnen werden.

 

Foto: TU Bergakademie Freiberg / Detlef Müller