SAXEED Blog

Gründergeist in Südwestsachsen stärken – SAXEED-Bewerbung für EXIST-Potentiale

Die Technische Universität Chemnitz gehört zusammen mit den Hochschulen in Freiberg, Mittweida und Zwickau zum Gründernetzwerk SAXEED. Die vier Hochschulen im Südwesten Sachsens stimmen ihre Gründungsbetreuung erfolgreich aufeinander ab. Auch zukünftig wollen die Akteure den Aufbau der Gründungskultur tatkräftig vorantreiben. Nach erfolgreicher Teilnahme an der Konzeptphase wird sich das Quartett daher gemeinsam für die Projektphase von EXIST-Potentiale bewerben.

Technische Universität Chemnitz

Dass sich die hochschulübergreifende Zusammenarbeit bewährt hat und ein Pluspunkt für alle Gründungsinteressierten an den vier Hochschulen ist, davon ist Dr. Susanne Schübel überzeugt. Sie ist Projektgeschäftsführerin des Gründernetzwerks am Zentrum für Wissens- und Technologietransfer an der Technischen Universität Chemnitz: „Aufgrund der vielfältigen und sich ergänzenden Kompetenzen können alle vier Hochschulen ein sehr breites Angebot zur Verfügung stellen – und das, obwohl sie relativ klein sind. Eine unserer Dozentinnen hält zum Beispiel ihre Vorlesung zum Thema Gründungsfinanzierung sowohl an der TU Chemnitz als auch an der TU Bergakademie Freiberg. Und wenn eines unserer Gründungsteams eine Geschäftsidee rund um das Thema Nachhaltigkeit entwickelt, ziehen wir wiederum die Freiberger hinzu. Die sind Spezialisten für das Thema, ebenso wie für Geowissenschaften, Ressourcen und moderne Werkstoffe und Energie. Geht es um Gründungen im Medienbereich, Lasertechnik, Blockchain oder auch um Crowdfunding-Kampagnen, gehen wir auf die Kollegen der Hochschule Mittweida zu. Die Westsächsische Hochschule Zwickau ist durch die Nähe zu Volkswagen in der Mobilität stark. Unser Fokus liegt dagegen auf ressourceneffizienter Produktion und Leichtbau, intelligenten Materialien und Systemen sowie der Verbindung von Mensch und Technik. Das bedeutet: Das SAXEED-Gründernetzwerk ergänzt sich wirklich sehr gut.“

Grünes Licht für Gründergeist

SAXEED existiert bereits seit 2006 in der heutigen Form – einen Vorläufer gab es bereits 2002 – und wird aktuell finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Freistaats Sachsen, der beteiligten Hochschulen sowie des Bundeswirtschaftsministeriums. „Die jeweiligen Hochschulleitungen haben ein großes Interesse am Aufbau einer Gründungskultur und leisten daher einen erheblichen Eigenanteil. Insgesamt kann man sagen, dass das Thema ‚Gründung‘ an allen vier Hochschulen auf offene Ohren trifft und durch eine engagierte Professorenschaft unterstützt wird“, so Dr. Susanne Schübel.

Seit 2006 haben sich an den vier Hochschulen aus über 1.100 Gründungsprojekten mehr als 300 Unternehmen entwickelt. Allein an der TU Chemnitz hat die Gründungsberatung im Jahr 2018 insgesamt 32 Projekte betreut. 19 Unternehmen sind daraus hervorgegangen. Die meisten Projekte stammen aus den Fakultäten Maschinenbau sowie Elektrotechnik und Informationstechnik. Insbesondere Absolventen und Wissenschaftler im Bereich Fördertechnik zeigen sich als gründungsaffin. „Stark vertreten sind auch skalierbare Ideen im Softwarebereich. Hier hat sich sogar inzwischen ein kleines Cluster im Bereich des automatisierten Fahrens aufgebaut. Dazu gehören auch die beiden Start-ups NAVENTIK und BASELABS, die mit EXIST-Forschungstransfer gefördert wurden und inzwischen international aktiv sind. Worauf wir ebenfalls stolz sind, ist eine angehende Gießerei, die noch in diesem Jahr mit EXIST-Forschungstransfer starten wird. Eine richtige Fabrik, die gut hier zu Chemnitz und seiner Geschichte passt“ freut sich Marion Neumann, Gründungsbetreuerin an der TU Chemnitz.

Wettbewerbe halten Gründergeist auf Trab

Dass die Gründungsszene an den Hochschulen im SAXEED-Verbund so lebendig ist, ist auch auf den SAXEED-Ideenwettbewerb „Schicke Ideen“ zurückzuführen, der jährlich an allen vier Standorten netzwerkübergreifend durchgeführt wird. Dieses Jahr übrigens bereits zum 15. Mal. Er wird in zwei Kategorien an Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben. Die Nachfrage ist groß: Pro Jahr nehmen etwa 40 bis 50 Gründungsinteressierte teil. Dass der Wettbewerb so gut angenommen wird, führt Dr. Susanne Schübel vor allem darauf zurück, dass die Wettbewerbsbeiträge Feedback von einer Jury aus Gründerinnen, Gründern, Bankenvertretern, Risikokapitalgebern, Business Angels sowie Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern der vier Hochschulstandorte und den regionalen Kammern bekommen.

Apropos Wettbewerb: Gemeinsam mit der Sächsischen Aufbaubank SBG hat die TU Chemnitz – im letzten Jahr das TUClab auf den Weg gebracht, um innovative Ausgründungen noch intensiver als bisher zu fördern. Der Schwerpunkt liegt auf Gründungen in den Kernkompetenzfeldern der TU Chemnitz: ressourceneffiziente Produktion und Leichtbau, Intelligente Materialien und Systeme sowie Mensch und Technik. Für den jährlich stattfindenden TUClab-Wettbewerb können sich Gründerinnen und Gründer sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewerben, deren Gründungsidee in mindestens einem der drei Kernkompetenzfelder liegt. Auf die Gewinner des Wettbewerbs warten eine Beteiligung der SBG von bis zu 450.000 Euro sowie umfangreiche Beratungs- und Unterstützungsleistungen.

Vorbereitung auf Pitches

Ein weiteres Format, das die SAXEED-Aktiven erfolgreich auf den Weg gebracht haben, ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dresden|exists, der Gründungsinitiative der TU Dresden. Marion Neumann: „Der Investorentag findet im kleinen Rahmen statt. Das heißt, wir laden höchstens bis zu 10 Teams und 10 Investoren ein. Ziel und Zweck ist es, die Teams damit auf größere Pitches mit 50 oder noch mehr Investoren vorzubereiten. Die Teams sollen lernen, worauf es Investoren ankommt und wie sie mit dem Feedback zu ihren Geschäftsideen konstruktiv umgehen können. Stichwort: Investment Readiness.“

Pläne schmieden mit Unterstützung von EXIST-Potentiale

Bei der Realisierung weiterer Ideen setzt das SAXEED-Team auf die Unterstützung von EXIST. Nach erfolgreicher Teilnahme an der Konzeptphase von EXIST-Potentiale wird sich die TU Chemnitz gemeinsam mit ihren Partner-Hochschulen für die Projektphase bewerben. „Eine unserer Ideen ist es, gemeinsam mit unseren regionalen Partnern eine Verwertungs-School für unsere wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entwickeln. Wir wollen damit so früh wie möglich Anwendungsfelder für bestimmte Forschungsergebnisse entdecken. Es geht darum, einfach noch ein Stück offener zu denken und sich potentielle Märkte genauer anzuschauen, vielleicht auch andere Geschäftsmodelle zu identifizieren“, regt Dr. Susanne Schübel an. In eine ähnliche Richtung bewegt sich auch der geplante „Ideenumwandler“, in dessen Rahmen Dissertationen und Masterarbeiten auf ihr Gründungspotential hin geprüft und weiterentwickelt werden sollen. Marion Neumann: „In der Regel schreibt man die ja als Mittel zum Zweck – man will den Abschluss haben. Aber wenn man sich mit den Absolventinnen und Absolventen darüber unterhält, ob sich daraus vielleicht eine gute Gründungsidee entwickeln ließe, springt bei dem einen oder anderen vielleicht tatsächlich der Gründungsfunke über.“

Generell sollen die regionalen Partner wie Kammern, Banken und Unternehmen mehr noch als bisher in die Betreuung eingebunden werden. „Hier haben wir verschiedene Maßnahmen entlang des Start-up-Lebenszyklus‘ entwickelt, bei denen der Betreuungsprozess durch die Einbindung relevanter Partner enorm beschleunigt und verbessert wird“, so Dr. Susanne Schübel.

Ein weiterer Punkt: Vernetzung. Zukünftig sollen sich die Gründungsteams mehr noch als bisher sowohl untereinander als auch mit regionalen Unternehmen stärker vernetzen. Das Ziel: mehr Know-how und ein verbesserter Marktzugang für Start-ups.

 

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie