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Gründerstory: Chemnitzer Gründer will IT-Fachkräftemangel entgegenwirken

Agon Muli ist 25 Jahre alt und kommt aus Hohenstein-Ernstthal. Für seinen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen wollte er drei Jahre die Heimat verlassen, um an der EAH in Jena zu studieren. Anschließend kam er zurück nach Chemnitz und hat hier den Master in Value Chain Management abgeschlossen. SAXEED kennt er durch organisierte Vorlesungen aus dem Master, wie beispielsweise B2B-Marketing und Businessplanung.

Das Team vom Gründernetzwerk begleitet ihn beratend von der Vorgründungsphase bis aktuell zur Anbahnung erster Geschäftskunden. Er hat seine Ideen und Ziele vor der Gründung vorgestellt, nach einem positiven und konstruktiven Feedback konnte er vorbeugend einige potenzielle Fehler verhindern und ging schließlich den Weg in die Selbstständigkeit. Gemeinsam mit den GründungsberaterInnen wurden in der Vorgründungsphase mit Hilfe eines Business Model Canvas Gedanken und Vorhaben konkret festgehalten. Nach der Gründung treffen sich Agon und Tina Schwarz regelmäßig um Schritte im Vertrieb und Marketing zu diskutieren. „Gerade bei alleiniger Geschäftsführung ist mir das Einholen einer weiteren Meinung oder neuen Ideen sehr wichtig. Oft sprechen die Gründungsberater aus Erfahrung und haben ein großen Netzwerk zu bieten!“

Gebürtig stammt Agon aus dem Kosovo, dem jüngsten Land Europas, welchem kriegsbedingt einige Jahre an wirtschaftlichem Wachstum entgangen sind. Für einen Aufschwung könnte nun die boomende Informations- und Kommunikationsbranche in Kosovo sorgen. Deutschland auf der anderen Seite ist bereits eine der weltweit führenden Industrienationen, steht jedoch vor anderen Herausforderungen, wie dem demografisch bedingten IT-Fachkräftemangel und einer nur langsam voranschreitenden Digitalisierung. Hier kommt Agons Start-Up ins Spiel, ein IT-Service Unternehmen namens Gonit.

„Mit Gonit will ich es mir zur Aufgabe machen, den in allen Bereichen neuzeitlichen dringenden Digitalisierungshandlungsbedarf und den demografisch bedingten IT-Fachkräftemangel in den Industrieländern durch interkulturelle Kommunikation und Kooperation mit jungen und motivierten Tech-Talenten aus dem Kosovo voranzutreiben“ erläutert Agon seine Ziele. Antrieb sind Agons kultureller Hintergrund und sein Wunsch, Heimat in Deutschland sowie Familie und Freunde in Kosovo beruflich in Einklang zu bringen. Dabei nimmt der er die Rollen eines Projektleiters, Vermittlers, aber auch Entwicklers an und setzt sich perspektivisch das Ziel, nach ersten erfolgreich realisierten Aufträgen eine Tochtergesellschaft in Kosovo gründen zu können. Die IT-Branche in Kosovo ist aufgrund von institutioneller Unterstützung und hoher Ausbildungsnachfrage am Boomen. In Kombination mit der jungen Bevölkerungsstruktur ergeben sich aussichtsreiche kommende Jahre. Für den Anfang sollen Services wie Business Intelligence & Analytics, Machine Learning/Deep Learning, Web- und Internetauftritt sowie individuelle Softwarelösungen angeboten werden.