SAXEED Blog

Preisgekrönte Fasertechnologie aus Chemnitz

inca-fiber, eines der jüngsten Start-ups der TU Chemnitz, wurde im In- und Ausland mehrfach ausgezeichnet

Das aus der Technischen Universität Chemnitz ausgegründete Start-up „inca-fiber“ wurde im ersten Quartal 2018 mehrfach für ihre Innovation ausgezeichnet. Ende Februar erhielt das junge Unternehmen den Leipziger Galvanopreis der Deutschen Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik (DGO). Gewürdigt wurde damit das erfolgreiche Überführen der an der Universität getätigten Forschungsarbeiten in die Industrie. Anfang März kamen in Paris zwei weitere Preise hinzu: Auf der JEC World 2018, der diesjährigen weltweiten Leitmesse auf dem Gebiet Composites, wurden die Chemnitzer mit dem Start-Up-Booster Preis ausgezeichnet. „Aus 85 schriftlichen Einreichungen aus aller Welt wurden zehn Finalisten gewählt und zur Messe eingeladen, darunter auch Eliteuniversitäten aus den USA und Japan“, berichtet Dr. Falko Böttger-Hiller, einer der zwei Geschäftsführer der inca-fiber GmbH und Absolvent der TU Chemnitz. Vor Ort hatte jedes Start-up fünf Minuten Zeit die Jury mit einem Pitch zu überzeugen. Am Ende gehörte die inca-fiber GmbH zu den drei preisgekrönten Firmen des Wettbewerbs. Zudem erhielt das Chemnitzer Start-up mit 62 Prozent der 2.221 von in einer Online-Umfrage abgegeben Stimmen den Publikumspreis der Rubrik Startup-Booster.

Hightech-Fasern für intelligente Großserienprodukte

Dem Start-up „inca-fiber“ der TU Chemnitz ist es gelungen, das Verfahren zur Kupferbeschichtung von Kohlenstofffasern für industrielle Anforderungen zu revolutionieren. Durch das sehr gleichmäßige Verkupfern in einem automatisierten galvanischen Durchlaufprozess wird das Eigenschaftsspektrum von Kohlenstofffasern maßgeblich erweitert und bietet damit Vorteile bei elektromagnetischer Schirmung, Blitzschutz, thermischer und elektrischer Leitfähigkeit sowie hinsichtlich der Haftvermittlung in hybriden Werkstoffen. Die positiven Ergebnisse der Laborversuche wurden erfolgreich auf eine eigens entwickelte, semi-industrielle Pilotanlage übertragen. Dadurch können nun mit rund 700 Kilogramm pro Jahr erstmals ausreichend große Mengen an Kohlenstofffasern bereitgestellt werden, um potentielle Kunden für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit metallisierten Fasern zu beliefern und in deren Prozesskette zu integrieren.

Förderung zahlt sich aus

„inca-fiber“ steht für „Innovative Carbon Fiber“. Geleitet wird das Unternehmen von den beiden TU-Absolventen Dr. Falko Böttger-Hiller und Toni Böttger. Maßgeblich betreut wurde das Team in der Anfangsphase durch die Professoren Thomas Lampke, Bernhard Wielage und Uwe Götze. Weitere wichtige Unterstützer sind das Gründernetzwerk SAXEED und die Ideentransfer GmbH. Das EXIST-Forschungstransfer-Projekt inca-fiber hat sich aus der Nachwuchsforschergruppe TranS-Ver (Transfer neuartiger Smart Fiber Verbunde in die Sächsische Industrie), die von 2011 bis 2014 an der TU Chemnitz vom Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie durch den Freistaat Sachsen gefördert wurde, entwickelt. Die Aktivitäten der inca-fiber GmbH sind mit Forschungsvorhaben der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik sowie dem Bundesexzellenzcluster MERGE vernetzt. Seit der Gründung 2016 hat die sächsisch-thüringische Firma noch weitere Auszeichnungen erhalten. Auf den „Schicke Ideen“-Preis von SAXEED folgte 2017 der IQ Innovationspreis der Metropolregion Mitteldeutschland. „Alle Auszeichnungen halfen uns bisher, erfolgreich Netzwerke zu knüpfen und Aufträge zu generieren“, freut sich Böttger-Hiller. Auch die Kooperation mit der Universität sei ein wichtiger Bestandteil der bisherigen Erfolge. „Ohne die am Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik der TU geschaffenen Grundlagen, die in der Nachwuchsforschergruppe innerhalb eines Teams intensiviert und nun als Firma mit der starken Unterstützung von Professor Lampke sowie dem Umfeld der Universität weiter umgesetzt wurden, hätte inca-fiber nicht so gut gedeihen können“, blickt Böttger-Hiller dankbar zurück.

 

(Mario Steinebach – Pressestelle TU Chemnitz)

Im Bild: Prof. Dr. Thomas Lampke (v. l.), Dr. Falko Böttger-Hiller und Roy Morgenstern besprechen an der 25 Meter langen Pilotanlage samt Acht-Meter-Beschichtungsbecken einen Versuch. Hier entstehen verkupferte Kohlenstofffasern im „100-Kilo-Maßstab“. Foto: Bildarchiv der Pressestelle/Thomas Grund