SAXEED Blog

Technologiestammtisch vernetzt TU Chemnitz mit regionalen Unternehmen

25 Firmen und Netzwerkpartner suchten am 5. März 2019 den Dialog mit der Nachwuchsforschergruppe „FiberCer“

Unter dem Titel „Faserkeramiken – Umsetzung der Massenproduktion am Beispiel einer Bremsscheibe“ luden die Industrie- und Handelskammer Chemnitz und das Gründernetzwerk SAXEED der Technischen Universität Chemnitz am 5. März 2019 zum Technologiestammtisch ein. Insgesamt 25 Firmen und Netzwerkpartner aus der Region Südwestsachsen nahmen an der Veranstaltung teil, um sich über den aktuellen Stand der Forschungsarbeit der Nachwuchsforschergruppe „FiberCer“ zu informieren.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit Grußworten des Prorektors für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz, Prof. Dr. Uwe Götze, und des Direktors des Instituts für Strukturleichtbau der TU, Prof. Dr. Lothar Kroll, was der Veranstaltung nicht nur eine besondere Bedeutung verlieh, sondern auch die Nachwuchsforschergruppe in der großen Herausforderung unterstützt, ihren Anteil zur neuen keramischen Leichtbauforschung zu leisten. Unter der Koordination von Prof. Dr. Daisy Nestler, Leiterin der Stiftungsprofessur Textile Kunststoff- und Hybridverbunde am Institut für Strukturleichtbau, erforscht das interdisziplinäre Team die automatisierte Herstellung von Faserkeramiken. Dank der Entwicklung eines neuartigen Verfahrens können komplexe Geometrien durch Spritzgießen massentauglich und ressourcenschonend hergestellt werden. Am Beispiel einer Bremsscheibe präsentierte Jonas Stiller, Leiter der Nachwuchsforschergruppe „FiberCer“ und Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, den Vergleich zwischen dem herkömmlichen Herstellungsprozess eines kohlenstofffaserverstärkten keramischen Bauteils und dem Ergebnis des innovativen und vollautomatisierten Prozesses.

Die weiteren Eigenschaften eines solchen Produktes stellen neben der Verschleißfestigkeit und Belastbarkeit die Vorteile der Anwendung im Leichtbau als ein wesentlicher Faktor der Ressourceneinsparung dar. Das ökonomische Potenzial der neuen Technologie wurde von Anika Schramm, Mitarbeiterin der Professur BWL III – Unternehmensrechnung und Controlling der TU, anhand des Lebenszyklus eines mit keramischen Bremsen ausgestatteten Fahrzeuges verdeutlicht. Anhand der Wachstumsindikatoren des deutschen Marktes und unter Einbeziehung der erheblich geringeren Wartungskosten der Bremsanlage zeigt sich ein vielversprechendes Anwendungsfeld.

Nach den Präsentationen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, beim Imbiss weitere Informationen zu den peripherischen Arbeitsprozessen der Vor- und Nachbearbeitung mit Projektpartnern einzuholen. Im Anschluss ermöglichte der Rundgang durch die technische Einrichtung des MERGE-Technologie Centers Einblicke in die Verfahrensentwicklung. Im Gespräch mit dem gesamten Forscherteam konnten gezielte Fragen zu den Ausgangswerkstoffen und zum Prozess und den thermochemischen Wirkungen beantwortet werden.

Stichwort: Technologiestammtisch

Ziel der Veranstaltungsreihe des Technologiestammtisches ist es, eine engere Verbindung zwischen regionalen Unternehmen und der TU Chemnitz zu schaffen. Zum anderen bietet sich damit eine Plattform, gemeinsam über gegenwärtige und zukünftige Entwicklungspotenziale zu diskutieren. Über diesen Dialog sollen Kooperationen entstehen und somit gemeinsame Projektideen entwickelt und verwirklicht werden.

(Die Nachwuchsforschergruppe „FiberCer“ wird finanziert aus dem Europäischen Sozialfonds und mit Steuermitteln des Freistaates Sachsen auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.)

Fotos: Joseph Stephens/SAXEED