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Freiberger Start-ups von morgen

Vom Labor in den Markt: TU Bergakademie Freiberg erneut erfolgreich bei Validierungsförderung

Im Oktober starten an der TU Bergakademie Freiberg sechs neue Projekte des zweiten Aufrufs der Validierungsförderung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA). Von insgesamt 49 Anträgen der sächsischen Forschungseinrichtungen werden 25 Projekte gefördert. Alle sechs Anträge der TU Bergakademie Freiberg waren erfolgreich und wurden bewilligt. Damit erreicht die TUBAF erneut das beste Ergebnis der sächsischen Forschungseinrichtungen.

Seit dem Jahr 2021 unterstützt der Freistaat Sachsen sächsische Forschungseinrichtungen mit der Validierungsförderung. Mit der Förderung soll die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit der Forschungsergebnisse untersucht und nachgewiesen werden. Dadurch wird die Lücke zwischen den auf der Forschungsseite bereitgestellten Ergebnissen und den Marktanforderungen frühzeitig minimiert. Forschungsergebnisse sollen so weiterentwickelt werden, dass diese von der Wirtschaft auf deren Verwertbarkeit beurteilt werden können. »Die Validierungsförderung hilft uns, den Transfer von Forschungsergebnissen schneller und effizienter umzusetzen und damit die Chancen für eine erfolgreiche Verwertung in Form einer Ausgründung oder Lizenzierung mit bestehenden Unternehmen zu erhöhen.«, erläutert Prof. Dr. Tobias Fieback, Prorektor für Forschung, Internationales und Transfer.

Die Förderung lässt vorrangig zwei Verwertungsformen zu. Zum einen können die Forschungsergebnisse durch eine Lizenzierung mit einem bestehenden Unternehmen verwertet werden, zum anderen können die geförderten Projekte in einer Ausgründung resultieren. Unterstützt werden die Projekte bei der Antragstellung und der Projektdurchführung vom Gründungsnetzwerk SAXEED und der Zentralen Transferstelle – beide angesiedelt am Prorektorat Forschung, Internationales und Transfer. „Das positive Abschneiden der TU Bergakademie Freiberg zeigt das große Potential der exzellenten Forschung unserer Institute. Ich danke den Transferakteuren der Zentralen Transferstelle und von SAXEED für die umfassende Unterstützung der Anträge und freue mich auf die weitere Entwicklung der geförderten Projekte!“, ergänzt Professor Fieback.

Der Freistaat Sachsen fördert die ausgewählten Vorhaben für max. 18 Monate mit max. 250.000 € aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaates Sachsen. Die Förderaufrufe in der Richtlinie erfolgen zukünftig halbjährlich Anfang Dezember und Anfang Juni im Rahmen des Förderzeitraum 2021 bis 2027. Pro Aufruf kann die TUBAF maximal sechs Projektskizzen einreichen.

Die nächste Frist für die TUBAF-interne Einreichung der Projektskizzen ist der 10.11.2023. Weitere Informationen erteilen SAXEED (Verwertung über Ausgründung) und die Zentrale Transferstelle (Verwertung an etablierte Industrie).

 

Folgende sechs Projekte werden gefördert:

PrintFirsT (Gießerei-Institut – Prof. Dr.-Ing. Michal Szucki)

In dem Projekt werden aus Sand gedruckte additive Filtersysteme für den Aluminiumguss entwickelt, welche die am Markt etablierten Schaumkeramikfilter sukzessive ablösen sollen. Durch das Drucken können erstmals strömungsoptimierte Filter hergestellt werden, welche nach ihrem Einsatz, aufgrund des thermischen Einwirken der Schmelze, zerfallen. Dadurch können erhebliche prozesstechnische, wirtschaftliche und ökologische Vorteile gegenüber den handelsüblichen Schaumkeramikfiltern erzielt werden.

AmSelMem (Institut für Organische Chemie – Prof. Dr. Monika Mazik)

Das Projekt befasst sich mit der Anwendung organischer Moleküle als Komponente für Membranen ionenselektiver Elektroden zur Bestimmung der Ammoniumkonzentration ohne den störenden Einfluss der ebenfalls vorhandenen Kaliumionen in verschiedenen Proben. Diese Anwendung wird zu einer deutlichen Verbesserung der herkömmlichen Messmethodik in Kläranlagen, Industriebetrieben und der medizinischen Diagnostik führen. Das Vorhaben leistet damit einen innovativen Beitrag in den Bereichen Umwelt und Ressourcen sowie Gesundheit und Ernährung.

PyRolL (Institut für Metallformung – Prof. Dr.-Ing. Ulrich Prahl)

Im Rahmen des SAB Validierungsprojekt soll das Simulationsprogramm „PyRolL“ gegenüber verschiedenen Technologievariationen validiert werden. Das Simulationsprogramm dient der Modellierung von Herstellungsrouten für metallische Langprodukte durch Kaliberwalzen. Zur Validierung der Simulationsergebnisse werden eigene experimentelle Daten sowie Ergebnisse von Marktbegleitern verwendet. Ziel der Untersuchungen ist es, PyRolL hinsichtlich Robustheit, Geschwindigkeit sowie Modelltiefe zu validieren.

Aerogel (Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik – Prof. Dr.-Ing. habil. Andreas Bräuer)

Ziel ist die Validierung der Einsetzbarkeit neuartiger licht- und fluidleitender Kapillaren in Flusszellen zur Spektroskopie in wässrigen Proben. Es sollen bis zu drei Pilotunternehmen für die Anwendung der neuen Technologie in Sachsen akquiriert, die Flusszellen für deren Anwendungen hergestellt und die resultierenden Schutzrechte lizenziert werden. In einer finalen Marktanalyse wird die Ausweitung der Technologie auf weitere Einsatzgebiete eruiert und die Basis für eine mögliche Unternehmensgründung erarbeitet.

GeopaZ (Institut für Technische Chemie – Prof. Dr. rer. nat. Martin Bertau)

In GeopaZ wird das Scale-up von bis zu 100 % reststoffbasierten Geopolymerbaustoffen aus nicht sortenreinen Ziegelrezyklaten adressiert. Die bauphysikalischen Eigenschaften dieser neuartigen Materialien besitzen das Potenzial konventionelle Baustoffe ohne den Einsatz energieintensiver Herstellprozesse zu ersetzen. Sekundärrohstoffmengen/ qualtäten, die Marktgröße sowie Zielgruppen werden konkret bestimmt. Die Verwertung der Projektergebnisse ist mit der Gründung eines Joint Ventures geplant.

MyGlass (Institut für Wärmetechnik und Thermodynamik – Prof. Dr.-Ing. Hartmut Krause)

Zur Dekarbonisierung des Glasschmelzprozesses müssen Verfahren entwickelt werden, die eine hohe Glasqualität und Blasenfreiheit gewährleisten können. Die Kombination von Mikrowellen für den Schmelzprozess mit zusätzlichen elektrischen Beheizungsmethoden für die Läuterung erlaubt ein schnelles Aufschmelzen bei maximaler Atmosphärenkontrolle. Dadurch wird eine sehr hohe Glasqualität erreichbar. Gleichzeitig wird durch den Einsatz der Mikrowelle ein hocheffizienter Schmelzprozess umgesetzt.

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