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Das Thema Existenzgründung begeistert: ein Rückblick auf den 22. Gründungsstammtisch

Am 16.01.2024 versammelten sich am Abend mehr als 70 Gründer:innen, Studierende und Interessierte zum 22. Gründungsstammtisch auf dem Campus im Haus 6. Das Team um Prof. Dr. Frank Schumann organisierte diesen Abend mit spannenden Erfolgsgeschichten und unterschiedlichen Vorträgen aus dem Gründungs- und Innovationsökosystem Südwestsachsen.

Ursprünglich mit einer Handvoll Existenzgründer:innen von Prof. Dr. Ulla Meister und Matthias Baumgart als Kneipenevent ins Leben gerufen, hat sich der Gründungsstammtisch in über 10 Jahren zu einer Institution für Neugierige und Interessierte in der Gründungsszene entwickelt. Prof. Dr. Frank Schumann begrüßte die Gäste als Projektleiter von SAXEED am Hochschulstandort Mittweida und betonte den Anspruch, den Charakter eines Stammtisches trotz der immer weiter wachsenden Gästezahl erhalten zu wollen. Nach seinen Worten sei ein Stammtisch ein Ort, an dem „Gemeinschaft entstehe und gepflegt werde, sich Freundschaften entwickeln und Ideen ausgetauscht werden.“ Seinem Team, bestehend aus Dirk Liebers, Sarah Uhlig und Saskia Jeraufke, und ihm sei es durch die organisatorische wie inhaltliche Ausgestaltung ein großes Anliegen, die bisher gepflegte lockere und offene Atmosphäre unter allen Gästen zu erhalten und damit zu einem schrankenlosen Austausch beizutragen.

Dirk Liebers, Standortleiter von SAXEED Mittweida, führte durch den Abend und berichtete von aktuellen Neuigkeiten und Erfolgen aus dem Netzwerk. So konnte beispielsweise das Projekt FOUNDress von der TU Freiberg inhaltlich erweitert und auf die Standorte Mittweida, Chemnitz und Zwickau ausgerollt werden. Auf dem Campus Mittweida ist Saskia Jeraufke die Ansprechpartnerin, wenn es darum geht, dass Teilnehmerinnen sich tiefgreifend mit dem Thema Existenzgründung auseinandersetzen wollen, sich mit anderen Frauen vernetzen und die nächsten Schritte zu einer Gründung erfolgreich bewältigen wollen. Saskia Jeraufke hatte die Entwicklung im SAXEED-Netzwerk maßgeblich begleitet und erwähnte im Gespräch, dass die Bundesinitiative „EXIST-Women“, diesen Rollout erst ermöglichte und beschrieb FOUNDress auf dem Campus Mittweida als „einen Safe Space für die Entwicklung kreativer Ideen und persönlichen Fortschritt“. So bekommen die teilnehmenden Gründerinnen neben Mentoring und einem intensiven Workshopprogramm auch ein Stipendium ausgezahlt, um sich auf ihr Vorhaben konzentrieren zu können. 

Dirk Liebers berichtete über weitere Erfolgsmeldungen, so z. B. über zwei Ausgründungen aus der Hochschule Mittweida. So warb das Start-up „Phase Games“, welches den gesamten bisherigen Weg von SAXEED betreut wurde, nun den „InnoStartBonus“ ein und sicherte sich damit eine sehr gute Möglichkeit, das Gründungsprojekt weiter voranzubringen und im ersten Quartal 2024 die Gründung zu vollziehen. Ein weiteres herausragendes Projekt, das durch die Unterstützung von SAXEED entscheidend vorangebracht wurde, sei „Carry Home“. Das Team, bestehend aus Absolventen des Blockchain-Masterstudiengangs, habe mit großer Unterstützung des Gründungsnetzwerks und seitens Prof. Dr. Alexander Knauer, ein EXIST-Gründungsstipendium einwerben können. Das Stipendium ermöglicht es dem Team, sich ein Jahr lang intensiv auf die Entwicklung und den Vertrieb ihres Produkts konzentrieren zu können. „Carry Home“ habe sich zum Ziel gesetzt, Smart-Home-Technologien sicherer und dezentraler zu gestalten. Der Fokus liege dabei auf der lokalen Datensicherheit des Nutzers. Geplant sei eine intuitive Benutzeroberfläche, ähnlich dem App-Management auf dem Smartphone, über die der Nutzer gezielt steuern könne, welche Anwendungen auf welche Daten zugreifen dürfen. Damit würden die Kunden von „Carry Home“ die volle Kontrolle über ihre Daten im eigenen Smart-Home-Netzwerk erhalten. 

Heinz Truckenbrodt von futureSAX informierte im Anschluss über den Sächsischen Gründerpreis 2024 und den InnoStartBonus, zwei wichtige Themen für Start-ups in Sachsen. Er gab einen Überblick über die Kriterien und den Nutzen dieser Programme. Besonders interessant für die Anwesenden waren Truckenbrodts Ausführungen zur nächsten Ausschreibungsrunde sowie zu einer Sonderausschreibung des InnoStartBonus im Juli, die sich auf die Bereiche Blockchain und Gaming konzentrieren würden. Diese Themen sind für die Hochschule Mittweida von besonderer Relevanz, da sie in diesen innovativen Technologiefeldern besonders aktiv ist.

Gewinnerteam „Plantguard“ des Ideencamps mit Prof. Dr. Frank Schumann und Dirk Liebers

Der Abend setzte sich mit einem der Höhepunkte des Programms fort: dem Pitch der drei Finalisten des SAXEED-Ideencamps. Dieses Projekt fördert die campusübergreifende Zusammenarbeit von Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen, um durch die Kombination ihres vielfältigen Wissens innovative Geschäftsideen zu entwickeln. Das Gründungsnetzwerk SAXEED will mit solchen Formaten Hochschulangehörige für das Thema Gründen sensibilisieren und motivieren. Der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) unterstützt dieses Projekt seit Jahren maßgeblich als Sponsor, sodass die Studierenden nicht nur Erfahrung, Wissen und Feedback erhalten, sondern auch einen wertschätzenden Geldpreis für ihr Engagement. Die Präsentationen der studentischen Teams zeichneten sich durch Überzeugungskraft und Innovationsgeist aus. Sie stießen beim Publikum auf reges Interesse und führten zu zahlreichen, interessierten Nachfragen. Den ersten Platz belegte „Plantguard“, ein Projekt, das den Gesundheitszustand von Zimmerpflanzen mittels Sensorik und Software überwacht sowie nützliche Handlungsempfehlungen gibt. Der zweite Platz ging an „BankSafeBons“, eine Lösung zur automatisierten und digitalen Speicherung von Kassenbelegen. Eine Idee, die besonders bei den Vertreter:innen der Banken auf Interesse stieß. „HS-Cooperation“, eine App zur stärkeren Vernetzung von Schulen und Hochschulen und zur besseren Vorbereitung von Abiturienten auf das Studium, erhielt den dritten Platz.

Social Media Post des Technologiegründerfonds Sachsen mit Ivo Harzdorf und Fabian Schaile (Quelle: TGFS)

In einer ersten Pause tauschten sich die Gäste des Stammtisches über die vorgestellten Projekte aus und kamen mit den Vortragenden direkt ins Gespräch. Durch die Unterstützung der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen und das Management Institut Mittweida e. V. konnten sich die Gäste an einem kleinen Buffet während des Austausches und Networkings stärken und so dem zweiten großen inhaltlichen Teil folgen. In diesem standen praxisnahe Vorträge über die Erfolgsgeschichten dreier Start-ups auf der Agenda, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit ähnliche Herausforderungen im Gründungsprozess zu meistern hatten. Den Auftakt machte Janet Schaer, die als CEO, Coach und Speakerin tätig ist. Sie stellte ihr neues Projekt „FOR MY QUEENS“ vor, eine App, die ein Netzwerk für Frauen aus unterschiedlichsten beruflichen Positionen, Branchen und Lebenssituationen bildet. Die Plattform unterstütze Frauen durch Events, Workshops und Vorträge sowie durch direkte Vernetzung, um ihre Fähigkeiten zu erweitern und ihren persönlichen Erfolg zu fördern. Anschließend präsentierte Patrick Rabe sein Unternehmen, die „RWC Factory GmbH“. Die Ausgründung der Hochschule Mittweida hat sich auf die Herstellung diebstahlsicherer Fahrradcontainer spezialisiert, die ein sicheres Abstellen von Fahrrädern ermöglichen. Herr Rabe, Absolvent der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, konnte erfolgreich Städten, Kommunen und Gemeinden für sein Konzept gewinnen, sodass sein Radparksystem mittlerweile an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen im ganzen Bundesgebiet installiert wurde. Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Albert Riehl mit seiner Firma „Pflanzpaket“. Sein Ziel ist es, den Anbau von Zimmerpflanzen nachhaltiger zu gestalten. Die von ihm entwickelten Aufzuchtsets für Zimmerpflanzen bieten eine umweltfreundliche Möglichkeit, Pflanzen zu Hause mit deutlich reduziertem Abfall und CO₂-Emissionen selbst zu züchten. Im Anschluss war die Nachfrage nach den mitgebrachten Paketen höher als angenommen. „Beim nächsten Mal bringe ich mehr von unseren Pflanzpaketen mit“, so Albert Riehl.

Networking der Teilnehmenden des Gründungsstammtisches

Nach diesen anregenden Referaten und Einblicken in die Gründungsstorys klang der Abend mit interessanten Gesprächen, spannenden Ideen und neuen Kontakten aus. Die positive Resonanz, die fundierten Gedanken und engagierten Fragen der Teilnehmenden bestätigen den Erfolg des Gründungsstammtisches. Mit einem neuen Gästerekord verdeutlichte der Stammtisch von SAXEED auf dem Campus in Mittweida das gestiegene Interesse an innovativen Start-ups, Existenzgründungen aus dem Hochschulumfeld und deren Entwicklungsperspektiven. 

Prof. Dr. Frank Schumann und das Team von SAXEED resümierten gemeinsam, dass sich dieser Kraftakt wieder gelohnt habe, und das überaus positive Feedback zahlreicher Gäste und Akteure des Gründungsökosystems, darunter die IHK Chemnitz, IMM prostartup GmbH & Co. KG, die Teleskop Effekt GmbH und der Technologiegründerfonds Sachsen, schon jetzt wieder Lust auf den 23. Gründungsstammtisch machen würde. 

Kontakt: Gründungsnetzwerk SAXEED am Standort Mittweida und Website des Gesamtnetzwerks

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