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Am 20. März 2022 ist Weltglückstag

Alumni im Portrait

Ehemalige TU-Mitarbeiterin Yvonne Heim möchte das positive Mindset von Kindern stärken. Dazu gründete sie 2020 den Lucky Letter Verlag und versendet nun Glückspakete – die Idee dazu reifte bereits an der TU Chemnitz

Der Internationale Tag des Glücks soll die Bedeutung des Strebens nach Glück und Wohlbefinden in unser Bewusstsein rufen. Und was könnte es Sinnvolleres geben in dieser aktuell turbulenten Zeit? Gerade für Kinder und deren Entwicklung ist dies essentiell und nicht immer einfach zu vermitteln. Ein Zustand, der Yvonne Heim, Autorin und Gründerin des Lucky Letter Verlages, schon während ihrer Tätigkeit an der TU Chemnitz beschäftigte.

Vom Reflektieren zur unternehmerischen Selbstständigkeit

Yvonne Heim, die Autorin und Gründerin von Lucky Letter, hat von 1994 bis 2001 an der TU Chemnitz Pädagogik, Psychologie und Soziologie studiert. Anschließend war sie mehrere Jahre in der Akquise, Konzeption, Realisierung, Evaluation und im Marketing von Forschungs- und Entwicklungsprojekten tätig, sechs Jahre davon an der TU Chemnitz. Die Idee zu Lucky Letter kam Yvonne während eines Wendepunkts in ihrem Leben. Im Jahr 2017 fasste sie den Entschluss, ihr Leben neu auszurichten und sich in fünf Jahren zum Geburtstag eine einjährige Auszeit zu schenken. Sie hinterfragte daraufhin, was für sie persönlich ein glückliches Leben ausmacht. Dabei schlich sich über die Zeit auch eine kleine Idee von einem Brief ein, der sich auf die Reise macht, um herauszufinden was es heißt, glücklich zu sein. In dieser Phase reflektierte sie außerdem ihr Konsumverhalten und sparte, wodurch sie ein finanzielles Polster für ihr freies Jahr aufbauen konnte. Bereits nach drei Jahren erfüllte sie sich dann ihren Wunsch und startete im März 2020 in ihre Auszeit. Die Frage nach dem Glücklichsein beschäftigte sie auch weiterhin. Als Mutter war ihr zudem auch wichtig, ihre Lebenslektionen darüber, was ein glückliches Leben ausmacht, an ihr Kind weitergeben zu können. So entwickelte sie die Idee zu Lucky Letter. Aus Skizzen wurden Konzepte und Prototypen und schließlich entstand innerhalb eines Jahres das fertige Produkt.

Was steckt hinter Lucky Letter?

Lucky Letter ist ein Set aus 12 Briefen für Kinder, in welchem durch Geschichten mit Charakteren wie beispielsweise Franz Fehler, Doris Dankbarkeit, Lia Langeweile oder Nala Natur kindgerecht Werte wie Dankbarkeit, Naturverbundenheit, Selbstständigkeit, Entscheidungsfreude, Mitgefühl und Freundschaft vermittelt werden. Über ein Jahr verteilt erhält das Kind monatlich einen Brief, in welchem Lucky Letter von seinen wertvollen Abenteuern erzählt.

Wie eine kleine Idee zu einem großen Erfolg wird

Ihre ersten Skizzen und Konzepte sendet Yvonne Mitte 2020 der Lektorin Cordula Gerndt zu, welche bereits Werke wie „Die drei ??? Kids“ lektoriert hat. Diese ist sofort überzeugt von der Idee und unterstützt Yvonne bei der Entwicklung der Texte für die 12 Briefe. Anfang 2021 meldet Yvonne ihr Produkt beim Deutschen Patent- und Markenamt an. Es folgt ein Prototyp für die Figur Lucky Letter als Plüschtier. Über April und Mai findet eine Testphase ihres Produkts mit qualitativen Fragebögen und freiwilligen TesterInnen statt. Das Feedback ist durchweg positiv und so startet Yvonne Heim im September eine Crowdfunding Kampagne. Mit dem erreichten Betrag kann sie die Produktion der Plüschtiere sowie Versand-, Material- und Druckkosten finanzieren. Im Dezember 2021, pünktlich zu Weihnachten, startet dann die erste Lucky Letter Glückspostwelle. 82 Pakete werden an insgesamt 170 Kinder in ganz Deutschland verschickt. Darunter war auch die Toni Kroos Stiftung, die Familien mit schwerkranken Kindern tatkräftig unterstützt.

Ein Geschenk mit Mehrwert

Lucky Letter ist nicht nur ein Set von 12 Briefen mit Geschichten. Dem Lucky Letter Paket liegt ein durchdachtes pädagogisches Konzept zugrunde – ohne dass es sich wie ein pädagogisches Konzept anfühlt. „Ich habe alle Inhalte auf der Basis meines fundierten Wissens und meiner Kompetenzen als Pädagogin und Psychologin, als Mensch mit reichlich erfolgreich durchlebten Krisen und als ‚berufstätige Mutter mit wenig Zeit im Alltag‘ geschrieben und konzipiert“, beschreibt es Yvonne selbst. Das Set umfasst neben dem Lucky Letter Plüschtier und den 12 monatlichen Briefen eine Sammelbox, eine 7-seitige Eingangsgeschichte, 11 Postkarten sowie 330 ganz individuelle Glücksmomente, mit Illustrationen von David Füleki, einem international ausgezeichneten Comicartist. Die Geschichten sind für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren konzipiert. Das gesamte Produkt soll Kinder als auch ihre Eltern dazu anregen, sich mit dem Thema Glücklichsein auseinanderzusetzen, innezuhalten, zu reflektieren und gemeinsam zu philosophieren. So können auch die Bindung und Beziehung zwischen Eltern und Kind gestärkt und möglicherweise auf einer neuen Ebene erlebt werden. Die Briefform ist von Yvonne ganz bewusst gewählt. Das Kind soll mit allen Sinnen angesprochen werden, haptisch und visuell durch Plüschtier und Printmedien sowie auditiv durch einen Titelsong und ein Hörbuch der ersten Geschichte. Die Briefe sollen so eine Alternative zur schnelllebigen Medien- und Konsumwelt schaffen, indem sich gezielt Zeit genommen wird, die Geschichten bewusst zu erfahren.

Die Reise fängt gerade erst an

Der erste Schritt in die Selbstständigkeit ist somit bereits geschafft, das Produkt ist auf dem Markt und bringt zahlreichen Kindern das Glück nach Hause. Das nächste Ziel sieht Yvonne Heim unter anderem in der Erweiterung des Kundenstamms. So sollen die Geschichten bald in andere Sprachen übersetzt werden. Ihre Vision ist, Lucky Letter international zu etablieren, weshalb sie schon zu Beginn einen englischen Namen für ihr Produkt gewählt hat. Für junge Unternehmen, die bereits am Markt gestartet sind und weiterwachsen wollen, bietet hier an der TU Chemnitz das Gründernetzwerk SAXEED ein Angebot zur Wachstumsunterstützung („Nice to grow!“) an. Weitere Informationen dazu gibt es hier: https://www.saxeed.net/angebot/saxeed-growth.

Mehr zu Yvonne Heim und Lucky Letter lässt sich auf ihrer Website nachlesen: https://www.luckyletter.de/

Foto: Karla Mohr

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